Die „Science of Solutions“
Lösungen ticken anders als Probleme
Wenn Menschen "ein Problem haben", was tun sie dann? Sie suchen nach einer Lösung und dabei folgen sie üblicherweise einer weitverbreiteten Vorgangsweise – die man als "problemstabilisierende Logik" bezeichnen kann – und die Sie jeden Tag tausendfach beobachten können:
- Man "stellt fest", was das Problem ist: Das Problem ist ….!
- Man versucht, seine Ursachen zu ergründen: Warum ist das so?
- Man beschäftigt sich mit Details des Problems und seinen Ursachen und fixiert damit die Lösungssuche in der Vergangenheit und im Problematischen und wird dadurch vom Problem nach unten gezogen.
- Schließlich sucht man händeringend nach Lösungen: Was kann ich denn tun, um das Problem zu lösen?
Führt diese Vorgehensweise zu Lösungen? Manchmal schon, aber bei vielen Dingen wälzen die Menschen Probleme lange Zeit hin und her (und bei manchen Themen manchmal sogar ein Leben lang) und jammern bei jeder passenden und auch weniger passenden Gelegenheit über das Problem. Meetings in Unternehmen, das Treffen mit Freuden am Abend, das Gespräch mit dem (Ehe)Partner nach dem nach Hause Kommen, all diese Situationen sind immer wieder von erdrückender „Problemschwere“ geprägt, wo das Problem und die Beiträge der am Problem Schuldigen (in der Regel immer die anderen) in allen Details hin und her gewälzt werden: der Boss ist ein „Menschenschinder“, die Kunden haben unrealistische Vorstellungen, die Schwiegermutter nervt ständig, die Kollegen sind karrieregeil, die Kinder sind faul, das Geld ist immer knapp, und – nicht zu vergessen – die Politiker sind korrupt! Aus, Punkt, Basta: es ist eigentlich ein Wahnsinn und warum tut man sich das alles überhaupt an?
Dabei können wir nicht sehen, was wir nicht sehen, nämlich: es ist die Art und Weise, wie wir das Problem und die relevanten Aspekte wahrnehmen und konstruieren, die das Leben mit Problemen so schwierig macht. Die gute Nachricht ist aber, dass es andere und wirksamere Wege der Informationsverarbeitung gibt, die es etwas einfacher machen an Probleme heranzugehen.
Die unterschiedlichen Prinzipien von Problem- und Lösungssystemen
In jahrelanger Arbeit am SMC haben wir unterschiedlichste Problemlösungsprozesse in der Literatur und Praxis studiert. Vor allem die Analysen im „Solutions-Lab“ waren hier hilfreich: die Teilnehmer versuchen in unseren Solutions-Labs, ihre persönlichen Probleme zu lösen oder arbeiten an standardisierten Problemen und werden dabei von einem Team beobachtet. Mit Hilfe der aufgezeichneten Daten von unzähligen Problemlösungsprozessen kann man nun genau den wichtigen Unterschied studieren und herausarbeiten:
Was passiert ganz konkret, wenn sich Probleme festfahren und im Kreis drehen
Was passiert konkret, wenn sich Lösungsansätze zeigen?
Aus diesen Analysen konnten wir schließlich die „Prinzipien der Logik von Problemen“ und vor allem die „Prinzipien der Logik von Lösungen“ entwickeln. Damit lässt sich klar sagen, was getan wird, wenn man Probleme stabilisiert bzw. schwieriger macht und was hingegen anders gemacht wird, um Lösungswege zu erleichtern.
Dabei haben sich fünf Prinzipien herauskristallisieren lassen, die entscheidende Unterschiede darstellen:

